Editorial

Dr. iur. Romana Kronenberg Müller
Dr. iur. Romana Kronenberg Müller
Rechtsanwältin, öffentliche Notarin und Mediatorin SAV/SDM, Uznach
01.04.2019

Liebe Leserin, lieber Leser

Haben Sie schon vorgesorgt? Oder gehören Sie zu denjenigen Leuten, die dieses wichtige Thema immer wieder vor sich herschieben, sei es, weil Ihnen die Zeit dazu fehlt oder weil Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen? Vielleicht fällt es Ihnen auch schwer, sich mit der eigenen Verletzlichkeit und Sterblichkeit zu befassen. Oder Sie machen sich über Ihre Vorsorge noch gar keine Gedanken, weil Sie noch «voll im Saft stehen».

Tatsache ist, dass gar nicht früh genug vorgesorgt werden kann. Denn ein Unfall mit gravierenden Folgen kann sich jederzeit ereignen. Das betroffene Umfeld – Familie, Lebenspartner, Geschäftspartner, Angestellte usw. – ist dankbar für jede Regelung, die rechtzeitig getroffen worden ist.

Im vorliegenden Kontext ist mit «Vorsorgen» das Treffen von eigenen Anordnungen für die Urteilsunfähigkeit sowie für den Tod gemeint. Gemäss dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch (ZGB) ist jemand dann urteilsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, vernunftgemäss zu handeln. Dieser Zustand kann beispielsweise wegen Demenz oder nach einem Unfall eintreten.

Für den Fall der Urteilsunfähigkeit kann zum einen eine Patientenverfügung errichtet werden, die festhält, welchen medizinischen Massnahmen Sie zustimmen und welche Sie ablehnen. Zum anderen kann mittels eines Vorsorgeauftrags im Voraus bestimmt werden, welche Person(en) an Ihrer Stelle handeln und Entscheidungen treffen soll(en). Dabei gibt es drei Bereiche, nämlich die Personensorge, die Vermögenssorge sowie die Vertretung im Rechtsverkehr, welche geregelt werden.

Für den Fall des Todes können Sie mit einer Verfügung von Todes wegen, also mit einem Testament oder mit einem Erbvertrag, besondere Anordnungen treffen. Solche Regelungen ermöglichen beispielsweise die Meistbegünstigung des überlebenden Ehegatten oder die Einsetzung von Erben respektive von Personen, die ein Vermächtnis erhalten sollen.

Der St. Galler Anwaltsverband und der St. Galler Juristenverein führen gemeinsam zwei öffentliche Publikumsveranstaltungen zu den obigen Themen durch, an welchen Sie weitergehende Informationen erhalten und auch Ihre Fragen stellen können. Diese finden am 8. Mai 2019 im Pfalzkeller in St. Gallen und am 5. Juni 2019 in der HSR Hochschule für Technik Rapperswil, je um 18.15 Uhr, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie zu gegebener Zeit auf den Homepages der beiden Vereine. Wir laden Sie ganz herzlich dazu ein und freuen uns auf einen anregenden Austausch mit Ihnen.

Ausgabe 1/2019

mandat Ausgabe 1/2019

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